Laut Umsatzsteuergesetz muss für den Vorsteuerabzug eine ordnungsgemäße Rechnung mit allen erforderlichen Angaben vorliegen (§14 UStG). In Betriebsprüfungen kann das Finanzamt den Vorsteuerabzug versagen, wenn in einem Rechnungsbeleg ein minimaler Formfehler entdeckt wird. In diesem Fall kann man die Rechnung vom Aussteller korrigieren lassen, womit sich aber nach bisheriger Praxis  die Vorsteuervergütung in den Monat der Korrektur verschob und nicht rückwirkend galt. Das konnte zu Zinsverlusten führen, weil die Vorsteuer mit Zinsen an das Finanzamt zurückgezahlt werden musste, aber die Vorsteuervergütung erst im Monat der Korrektur erfolgte und somit keine Zinsen anfielen.

Der BFH (Bundesfinanzhof) bestätigte jetzt eine Entscheidung des EUGH (Europäischer Gerichtshof) vom September 2016, dass der Vorsteuerabzug nicht nur aufgrund einer Formalie versagt werden darf und dass eine rückwirkende Rechnungskorrektur zu erfolgen hat.

Trotz dieser Erleichterung ist es nach wie vor angeraten, immer auf ordnungsgemäße Rechnungen von Lieferanten und Dienstleistern zu achten und bei Bedarf gleich eine Korrektur anzufordern.

Quelle: BVMW Leipzig, Expertenteam Recht