Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BAMS) hat gerade einen Forschungsbericht mit dem vielsagenden Titel „Für ein modernes Rentenrecht: Die Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung (GRV)“ veröffentlicht.

In der Zusammenfassung heißt es:

Zudem betreibt die Hälfte der Selbständigen keine Altersvorsorge in Form regelmäßiger Versicherungsleistungen. … diejenigen Selbständigen in die GRV einzubeziehen, die bislang keiner obligatorischen Pflichtversicherung in der ersten Säule der Alterssicherung in Deutschland unterliegen. Die hergebrachte Struktur in der ersten Säule wird damit respektiert. Eines besonderen Versorgungswerks für (Solo)Selbständige bedarf es nicht. Zugleich ermöglicht diese ‚kleine Lösung‘ dem Selbstständigen, sich mit Hilfe einer Basisrente (§2 AltZertG) von der Rentenversicherungspflicht zu befreien.
(Die Basisrente ist besser bekannt unter dem Namen Rürup-Rente; den vollen Wortlaut des Berichts finden Sie hier.)

Einen etwas anderen Blick auf die Frage nach dem Einkommen von Selbstständigen im Alter wirft eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln): „Vermögen der Selbstständigen: Mikrodatenanalyse mit dem Sozio-ökonomischen Panel für das Jahr 2012“. Die Studie wurde von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) in Auftrag gegeben und zeigt,

… dass das Median-Nettovermögen der Selbstständigen nicht nur insgesamt, sondern auch in der Altersklasse ab 65 Jahren deutlich über dem der sozialversicherungspflichtigen Bevölkerung liegt. Der Median (des Nettovermögens) der Altersbevölkerung in der Gruppe der Selbstständigen liegt bei 141.000 Euro – und somit 100.000 Euro über dem der Vergleichsgruppe. (Weitere Informationen und den vollen Wortlaut der Analyse finden Sie hier.)

Dank an den Bund der Selbständigen (BdS), der uns im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Selbstständigen (BAGSV) auf diese beiden Studien aufmerksam gemacht hat.

Die Altersvorsorge wird nach der Bundestagswahl am 24. September 2017 sicher eines der Top-Themen sein. Die Positionen der einzelnen Parteien dazu und zu anderen Themenbereichen können Sie den Wahlprüfsteinen beim Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD) entnehmen.