Aktive Mitwirkung im Weltverband FIT






Die FIT (Fédération Internationale des Traducteurs/International Federation of Translators) vereint mehr als 100 Berufsverbände der Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen in gegenwärtig 55 Ländern. Im Jahre 2002 ist ATICOM der FIT beigetreten und hat seitdem dort eine aktive Rolle gespielt. Das oberste Organ der FIT ist der Rat (Council) mit 17 Mitgliedern, der wiederum ein sechsköpfiges Exekutivkomitee (Executive Committee – EC) einsetzt. Anfang Oktober fand ein Treffen des EC in Lima statt, an dem ich als FIT-Vizepräsident teilnahm.

Kontakte und Kommunikation als Schwerpunkt der FIT

In der Amtszeit des jetzigen FIT-Präsidenten Henry Liu aus Neuseeland wird großer Wert auf eine starke Präsenz der Weltorganisation gelegt. Wenn also eine EC-Sitzung in einem bestimmten Land stattfindet, wird diese Gelegenheit genutzt, um auch Regierungsstellen und Ausbildungseinrichtungen vor Ort zu besuchen. Dies dient dazu, die Arbeit der jeweiligen lokalen Verbände zu unterstützen, beispielsweise bei dem Bemühen, die geplante Gesetzgebung mitzugestalten oder engere Beziehungen zu Hochschulen zu knüpfen. Als positive Nebenwirkung wird der Bekanntheitsgrad der FIT gesteigert, die schließlich mehr als 80.000 Übersetzer, Dolmetscher und Terminologen weltweit vertritt. In Peru haben wir zwei Universitäten, die Dolmetscher- und Übersetzerkurse anbieten, einen Besuch abgestattet und einiges über ihre Tätigkeiten, Probleme und Zielsetzungen erfahren. Anfang des Jahres haben wir in Baku das regierungsnahe Übersetzungszentrum und zwei Hochschulen besucht und Gespräche geführt. Zahlreiche Ausbildungsinstitutionen sind bereits assoziierte FIT-Mitglieder und nutzen das Netzwerk, das die Weltorganisation ihnen bietet.

Die EC-Sitzungen werden oft in Zusammenhang mit einer Konferenz abgehalten. In Lima tagten wir am 5. Oktober, kurz vor dem 12. Internationalen Forum zum Dolmetschen & Übersetzen im Rechtsbereich. Wir erörterten u. a. Strategiefragen (z. B. eine weitere Stärkung der FIT-Präsenz und die Gewinnung neuer Mitglieder, die Herstellung von Identitätskarten für Dolmetscher in Krisenregionen, die Finanzierung der FIT-Regionalzentren und eine erneute Anpassung der Satzung und Verfahrensordnung). Außerdem befassten wir uns mit einem weiteren Schwerpunkt der jetzigen FIT-Aktivitäten: die Kommunikation sowohl nach außen als auch innerhalb der Föderation. Extern wird dies u. a. durch Presseerklärungen und Mitteilungen über die sozialen Medien (Twitter und Facebook) verwirklicht.

Neue Ausschüssse und Arbeitsgruppen

Eine besondere Rolle spielen die diversen Ausschüsse und Arbeitsgruppen (Task Forces), die gerade eingerichtet worden sind und ihre Arbeit aufgenommen haben. Sie bearbeiten solche Themen wie Aus- und Fortbildung, Literaturübersetzen & Urheberrecht, ISO-Normen, Menschenrechte, Grundsatzfragen und Übersetzen & Dolmetschen im Rechtsbereich. Eine vollständige Übersicht dieser Organe mit den jeweiligen Mitwirkenden finden Sie in der Oktoberausgabe der regelmäßig erscheinenden FIT-Zeitschrift Translatio.

FIT Europe

Zentrale Organe der FIT sind die Regionalzentren, wovon es zurzeit drei gibt: in Europa, Latein- und Nordamerika. Am 26. September fand die Mitgliederversammlung der FIT Europe in Brüssel statt, an dem ich nicht zuletzt als Verbindungsperson zwischen der sogenannten FIT Mundus und FIT Europe teilnahm. Das europäische Regionalzentrum ist besonders aktiv; Informationen dazu finden Sie im Internet unter www.fit-europe.org. Gemäß dem Subsidaritätsprinzip achtet man auf eine klare Trennung zwischen regionalen Aufgaben (z. B. die der FIT Europe) und globalen Zuständigkeiten.

Fazit

Was ist also der Sinn und Zweck dieser vielfältigen Aktivitäten? Um die Professionalisierung unseres Berufsstandes voranzutreiben, muss man sich nicht nur auf nationaler, sondern auch auf europäischer und globaler Ebene einsetzen. Die internationale Vielfalt der FIT und der in diesem Rahmen stattfindende Informations- und Erfahrungsaustausch sind eine große Bereicherung für jeden, der mitwirkt.

Reiner Heard