Qualität der Dolmetschleistungen und Übersetzungen

Reiner Heard | 03.12.2021 | ,
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In der Rechtssache C 564/19 hat der Gerichtshof der Europäischen Union am 23. November 2021 ein Urteil gefällt, in der es auch um die Qualität der Dolmetschleistungen und Übersetzungen geht. Auslöser war ein Vorabentscheidungsersuchen eines ungarischen Gerichts.

Das Urteil und weitere Dokumente in dieser Sache findet man hier in allen EU-Sprachen.

In der Zusammenfassung steht unter anderem dies:

„Schließlich prüft der Gerichtshof in einem dritten Schritt die Verpflichtungen der Mitgliedstaaten aus der Richtlinie 2010/64 in Bezug auf die Dolmetschleistungen und Übersetzungen in Strafverfahren. In diesem Zusammenhang müssen die Mitgliedstaaten konkrete Maßnahmen ergreifen, um zum einen sicherzustellen, dass die Qualität der Dolmetschleistungen und Übersetzungen ausreicht, damit die verdächtige oder beschuldigte Person den gegen sie erhobenen Tatvorwurf verstehen kann. Die Einrichtung eines Registers mit unabhängigen Übersetzern und Dolmetschern stellt insoweit eines der Mittel dar, um dieses Ziel zu verfolgen. Zum anderen müssen die von den Mitgliedstaaten ergriffenen Maßnahmen den nationalen Gerichten die Prüfung der ausreichenden Qualität der Dolmetschleistungen ermöglichen, damit ein faires Verfahren und die Ausübung der Verteidigungsrechte gewährleistet ist.“