Selbstständigenverbände benennen Missstände bei der Vergabe von Soforthilfen und machen konkrete Lösungsvorschläge

ATICOM hat sich im Rahmen der BAGSV (Bundesarbeitsgemeinschaft Selbstständigenverbände) an der Formulierung einer Petition beim Deutschen Bundestag beteiligt, die man ab sofort bis zum 25. Juni 2020 online mitzeichnen kann.

Zum Hintergrund:
Entgegen der öffentlichen Berichterstattung kommen die Corona-Hilfen für Selbstständige nicht da an, wo sie wirklich benötigt werden. Viele Selbstständige werden aufgrund staatlicher Einschränkungen, die dem Gesundheitsschutz aller dienen, noch für Monate ihre Tätigkeit nicht ausüben können. Den Schaden müssen sie weitgehend alleine tragen, oft auf Kosten ihrer Altersvorsorge. Von den Soforthilfen wurde nur ein Bruchteil ausgezahlt. Es ist zu befürchten, dass der Rest zweckentfremdet und mehrheitlich zugunsten größerer Unternehmen verwendet wird.

Die Petition fordert u. a., dass neben den Betriebskosten (die bei Soloselbstständigen typischerweise sehr gering sind) auch ein Unternehmerlohn berücksichtigt wird, der Lebenshaltung, Miete und Krankenversicherung mit abdeckt. Außerdem müssen die Antragsbedingungen eine Gleichbehandlung unabhängig von Bundesland und Antragszeitpunkt sicherstellen.

Konkretes Beispiel für die aktuellen Probleme: ATICOM-Mitglied Beate Maier hatte bereits in einem Spiegel-Online-Artikel vom 14. Mai 2020 einige Aspekte der speziellen Situation vieler Dolmetscher- und Übersetzer beschrieben.

Es ist von größter strategischer Bedeutung, dass wir mit dieser Petition jetzt alle gemeinsam ein kraftvolles Signal an die Regierung senden und zeigen, wie viele wir sind und dass man unsere berechtigten Anliegen und Sorgen nicht länger ignorieren darf. Unser Ziel ist deshalb, in den nächsten Wochen deutlich über 100.000 Mitzeichner zu gewinnen.

Dafür ist eure Unterstützung wichtig!

Bitte lest die Petition und zeichnet sie mit. Informiert gerne möglichst viele andere Selbstständige, Kollegen und Kunden und teilt die Petition und die Berichte darüber in den sozialen Medien.

Zur Petition
(Hinweis: Bei großen Petitionen hat die Website des Bundestages erfahrungsgemäß manchmal „Aussetzer“. Bitte dann später nochmals probieren und nicht vom verfassungsmäßigen Recht auf Mitzeichnung abhalten lassen!)

PDF des Petitionstextes (besser lesbar)

Macht das am besten jetzt gleich, denn je früher sich die Petition verbreitet, um so größer wird die Zahl der Mitzeichner am Ende der Mitzeichnungsfrist (25.06.2020) sein.

Siehe auch Meldung zu den Forderungen des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB)

29. Mai 2020/hh