Laut OLG ist es nicht zulässig, mehrere Übersetzungen zusammen mit nur einer Übersetzerbescheinigung („Sammelbeglaubigung“) anzufertigen

Aufgrund der bestehenden Unsicherheit, ob es korrekt sei, mehrere gleichförmige Übersetzungen (z. B. von mehreren Zeugnissen des Auftraggebers) zu verbinden und am Ende mit nur einem Übersetzervermerk gemäß § 39 JustG NRW zu versehen, haben die drei OLG in NRW auf meine Anfrage dieses ausdrücklich verneint.

In einem gemeinsamen Schreiben an ATICOM vom 27.01.2020, Az 3161-17.199, wurde von den drei NRW-OLG (Düsseldorf, Hamm und Köln) diese vorgenannte Frage wie folgt rechtlich beurteilt:

Gesetzliche Grundlage für die Fertigung und Beschaffenheit des Übersetzervermerks ist § 39 JustG NRW. In Absatz 2 Satz 1 heißt es dort, dieser sei „auf die Übersetzung zu setzen und zu unterschreiben“. BeckOK GVG/van der Grinten JustG NRW § 39 Rn. 2 führt hierzu aus, der Übersetzervermerk sei „auf die Übersetzung selbst anzubringen, so dass eine zusammengesetzte Urkunde entsteht“.
Dem Gesetzeswortlaut nach ist es m.E. also nicht zulässig, mehrere Übersetzungen mit nur einem Übersetzervermerk zu versehen.

Ich bitte alle Kolleginnen und Kollegen, dieses Verbot unbedingt zu beachten und trotz des ggf. bestehenden Wunsches, Kosten für den Kunden zu minimieren, nicht gegen diese Rechtsauffassung der OLG zu verstoßen, sondern ausschließlich Einzelbescheinigungen („Beglaubigungen“) unter jeder einzelnen Übersetzung getrennt voneinander anzufertigen.

31.01.2020/Draga Gradinčević-Savić, Ressortleitung §D/§Ü