Drohende drastische Reduzierungen der Dolmetscher- und Übersetzerhonorare in großen Teilen doch noch abgewendet!

Die von ATICOM mit Unterstützung einiger Verbände des Berliner Kreises und besonders engagierter einzelner Kolleginnen und Kollegen seit Monaten und bis zur letzten Minute unternommenen Bemühungen, die geplanten Reduzierungen im Regierungsentwurf des Zweiten Kostenrechtsmodernisierungsgesetzes – die Grundlage für die Honorare nach JVEG – zu verhindern, haben gestern ein erstes positives Ergebnis gebracht:

Aufgrund unserer Proteste und Eingaben wurde nunmehr eine verbesserte Gesetzentwurfsfassung vorgelegt und als Gesetz in der Nacht vom 16. auf den 17.05.2013 im Bundestag, mit Enthaltung der SPD und der Linken, verabschiedet.

Das Gesetz ist allerdings zustimmungspflichtig und muss daher erst vom Bundesrat ebenfalls angenommen werden.

Passiert das Gesetz so wie verabschiedet den Bundesrat, würden am 01.07.2013 folgende Neuregelungen in Kraft treten:

Dolmetscher:

Im Gegensatz zum bisherigen Einheitssatz von 55,00 Euro/Std. werden die Dolmetscher künftig nach Zwei-Stufen, nämlich 70 Euro bzw. 75 Euro pro Std. honoriert, in Abhängigkeit davon, welche Dolmetschausübungsart ihnen bei der Ladung vorgegeben wurde:

Gesetzestext:
„[…] 70 Euro und, wenn er ausdrücklich für simultanes Dolmetschen herangezogen worden ist, 75 Euro; maßgebend ist ausschließlich die bei der Heranziehung im Voraus mitgeteilte Art des Dolmetschens.“

Für das Ausfallhonorar gilt dann künftig ein Honorar für bis zu zwei Stunden, d. h. bis zu 140,- Euro bzw. 150,- Euro.

Gesetzestext:
Die Ausfallentschädigung wird bis zu einem Betrag gewährt, der dem Honorar für zwei Stunden entspricht.“

Nähere Einzelheiten sind der hier verlinkten PDF-Datei zu entnehmen.